22. September 2026 – 89.0 RTL
Kürzere Tage und Kälte wirken auf Müdigkeit, Gewicht, Stimmung und Immunsystem. Fünf verbreitete Behauptungen zu Herbstbeschwerden im Faktencheck.
Mit dem kalendarischen Herbstanfang werden die Tage kürzer und die Temperaturen sinken. Das veränderte Licht und die Kälte wirken sich auf Müdigkeit, Gewicht, Stimmung und Immunsystem aus. Fünf verbreitete Behauptungen zu Herbstbeschwerden im Faktencheck.
Warum macht frühe Dunkelheit müde?
Weniger Tageslicht beeinflusst die innere Uhr, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Das berichten Forscher im Fachjournal „Journal of Physiological Anthropology". Nachts schüttet der Körper dadurch mehr Melatonin aus, ein Hormon, das den Schlaf reguliert. Helles Licht am Abend kann die innere Uhr dagegen verschieben und das Einschlafen erschweren.
Nehmen wir im Winter zu?
Eine US-Studie mit 195 Erwachsenen zeigte zwischen Thanksgiving und dem Jahreswechsel eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 0,37 Kilogramm. Das sei deutlich weniger als die oft genannten zwei bis drei Kilogramm, schrieb das Team im „New England Journal of Medicine". Auch Daten aus sieben Ländern, darunter Deutschland, zeigen jahreszeitliche Schwankungen mit den höchsten Werten in kälteren Monaten. Ursache dafür ist laut einer weiteren Studie eher weniger Bewegung und mehr Zeit in Innenräumen als die Jahreszeit selbst.
Verstärkt sich der Winterblues im Spätwinter?
Bei Menschen mit Winterdepression nahmen die Beschwerden laut einer Studie ab September zu und erreichten im Januar und Februar ihren Höhepunkt. Ein allgemeiner Stimmungsabfall in der Bevölkerung während der dunklen Jahreszeit ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt, wie eine Auswertung von 41 Studien zeigte.
Ist Vitamin D im Winter ein Muss?
Der Körper bildet Vitamin D mit Hilfe von UV-B-Strahlung, im Winter ist das erschwert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Präparate vor allem Risikogruppen wie älteren Menschen oder Säuglingen. Für gesunde Erwachsene ist eine pauschale Einnahme demnach nicht grundsätzlich ratsam.
Wie hängen Raumluft und Atemwegsinfekte zusammen?
Heizungsluft senkt die Luftfeuchtigkeit und kann Schleimhäute reizen. In einer Mäusestudie schwächte trockene Luft zudem die Abwehr von Grippeviren. Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf alle Situationen in Innenräumen übertragen.